Blix‘ schwerster Fall.

 

Und sein persönlichster. Denn nach dem Mord an einer Kollegin wird seine Tochter Iselin entführt. Blix versucht alles, um sie zu retten, hat dabei aber mächtige Gegenspieler. Jemand, der ihn genau kennt und schon bei anderen Taten seine Finger im Spiel hatte.

 

Wow, was für ein Abenteuer. Für Blix und Ramm, aber auch für den Leser. Die ersten Seiten haben mich gleich in den Bann gezogen und ich konnte das Buch fast nicht mehr aus den Händen legen. Das war vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Erzählung auf mehreren Ebenen spielt und der Beginn gleich mit einem Knaller aufwartet. Die zweite Hälfte wurde dann etwas ruhiger, es gab mehr Ermittlungsarbeit. Und das Ende – ich kann nur sagen: hoffentlich gibt es bald einen neuen Band, denn der Cliffhanger ist sehr gewaltig.

 

Auch sprachlich und inhaltlich gibt es wieder nichts zu meckern. Das Autorenduo schreibt mitreißend und bildgewaltig. Wenn ich ihnen auch einen gewissen Umstand sehr verüble.

Das Miträtseln um den Täter hat dieses Mal besonders viel Spaß gemacht, weil es so viele Verdächtige gab und die Autoren auch einige Wendungen ins Spiel brachten. Teilweise fand ich die aber schwer nachvollziehbar.

 

Bluttat ist bereits der dritte Band um das Ermittlerduo Ramm und Blix und man kann das Buch unabhängig von den ersten beiden Bänden lesen.

 

Fazit: Durch die kurzen Kapitel schnell und spannend zu lesen.

 

 

 

 


In der Silvesternacht explodiert in Oslo eine Bombe. Journalistin Emma ist vor Ort und muss zusehen, wie ihr Freund stirbt. Auch Kommissar Blix ist anwesend und kann eine Frau aus dem Hafenbecken retten. Nur ein Zufall, dass deren Tochter vor 10 Jahren entführt wurde? Emma und Blix beginnen dies zu hinterfragen und geraten selbst in Gefahr.

 

Wie bereits im ersten Band gehen die beiden auch dieses Mal den Fall von verschiedenen Seiten an. Emma, in ihrer Trauer gefangen, tut sich erst einmal schwer, wieder aus sich herauszugehen, aber bald siegt ihr journalistischer Eifer. Blix muss sich an Vorgaben halten und so kommt es ihm nur recht, dass Emma ihre eigenen Wege geht. Ihre Erkenntnisse teilen sie miteinander und so kommen sie dem wahren Verbrechen auch auf die Spur.

 

Spannung entsteht durch die Entführung des Kleinkindes und die bange Frage, ob es wohl noch lebt. Zudem verstehen es die Autoren, den Leser miträtseln zu lassen und Wendungen einzubauen, die man so nicht vermutet hätte.

 

Fazit: Die Autoren konnten mich wieder begeistern und ich freue mich auf den nächsten Band, der bereits auf der Verlagsseite angekündigt ist und „Bluttat“ heißen soll. 


Wenn zwei meiner Lieblingsautoren zusammen ein Buch schreiben, dann kann das ja nur gut werden.

 

Thomas Enger wurde bekannt durch seine Henning Juul-Reihe und Jorn Lier Horst durch seine Reihe um Kommissar Wisting.

 

Gemeinsam beginnen sie eine neue Serie rund um Kommissar Alexander Blix und Journalistin Emma Ramm.

 

Durch einen Zufall begegnen sich Blix und Emma nach vielen Jahren wieder und beginnen unabhängig voneinander in einem grausamen Spiel zu ermitteln. Der Countdown-Mörder hat es auf Promis abgesehen und ist noch lange nicht bei 0 angelangt.

 

Bereits die ersten Seiten beginnen spannend und fesselnd und der kleine Cliffhanger des Prologs wird später noch einmal thematisiert und aufgeklärt. Emma und Blix wirken beide sehr sympathisch und ihre Figuren fand ich gut ausgearbeitet. Hier warten die Autoren im Verlaufe des Buches noch mit der einen und anderen Überraschung auf, was ich auch sehr gelungen fand.

 

Wenn Autoren zu zweit ein Buch schreiben, fragt man sich als Leser ja immer, wer hat welchen Teil übernommen. Ich konnte mir hier gut vorstellen, dass einer den Part des Blix und einer den Part der Emma geschrieben hat, denn die Perspektiven wechseln sich ab. Am Schreibstil merkt man jedenfalls keine Unterschiede, das Buch liest sich sehr angenehm und flüssig.

 

Auch die Idee mit den Zahlen fand ich gut, man fiebert dem Ende förmlich entgegen.

 

 

Fazit: ich freue mich schon auf den zweiten Band der Reihe, der im Februar 2021 erscheinen soll. 

 

 


Evens Freundin wird ermordet und er gerät in Verdacht. Doch Even weiß, dass er es nicht getan hat und macht sich selbst auf die Suche nach dem Mörder. Dabei stellt er fest, dass sehr viele einen Grund hätten, Mari etwas anzutun. Was er dann jedoch herausfindet, hätte er sich nicht zu träumen gewagt.

 

Engers erster Jugendkrimi punktet durch eine Handlung, die den Leser durch einige Wendungen verwirrt und einen Schluss hat, mit dem man so (fast) nicht gerechnet hätte.

Enger baut seinen Krimi nicht in Romanform auf, sondern als Gerichtsverhandlung. Even steht als Zeuge vor Gericht und erzählt seine Geschichte. Durch die kleinen Einschübe im Gerichtssaal wirkt das Ganze noch plastischer.

Ich tue mich immer ein wenig schwer mit Ich-Erzählern und so hatte ich auch hier ein wenig Startschwierigkeiten. Vor allem weil der Anfang sich etwas gezogen hat. Erst nach und nach kommen die ganzen Einzelheiten des Mordes und seiner Hintergründe zum Vorschein und als Leser ist man gespannt, wer denn nun wirklich der Täter ist. Denn Enger präsentier und verwirft so einige! Und jeder selbst wirkt glaubwürdig, so dass ich wirklich nicht mehr wusste, was ich nun glauben soll.

 

Der Roman ist zwar in etwas jugendlicher Sprache verfasst, aber es macht auch als Erwachsener Spaß, die Zeilen zu lesen und mitzurätseln. 

 


Nun ist die Reihe um Henning Juul also zu Ende. Und der Gute weiß endlich, wer hinter dem Tod seines Sohnes steckt. Doch der Weg dahin war lang und steinig und vor allem im vorliegenden Band 5 mit Gewalt und Toden gepflastert. Ganz schön heftig zur Sache ging es stellenweise und das Buch beginnt schon mit einem Knaller, der das Ende ein Stückweit vorweg nimmt und den Leser mit hinausnimmt auf einen See. Mit Beton an den Füßen wird Juul in eben diesem versenkt – er kam den Killern halt doch zu nahe. Darauf, ob Henning es doch noch irgendwie schafft, auf die Auflösung, muss der Leser lange warten. Und am Ende wartet der Autor noch mit einer kleinen Bosheit auf.

 

Ohne Vorkenntnisse der anderen 4 Bände macht es keinen Sinn, „Tödlich“ zu lesen. Denn zu viel wird vorausgesetzt, zu viel haben Juul und die anderen Charaktere schon erlebt, zu viel baut auf den Vorgängerbänden auf. Auch wenn ich die anderen Bücher alle kannte, fiel mir der Einstieg sehr schwer. Es ist einfach schon eine Weile her, dass ich den letzten Band gelesen habe. Die vielen Namen konnte ich nicht mehr richtig zuordnen. Bald hatte ich mich aber eingelesen. Wobei ich sagen muss, dass die Handlung am Anfang sehr dahinplätschert. Nach dem furiosen Einstieg dauert es erst einmal eine Weile bis die Story wieder richtig in Fahrt kommt.

 

Engers Schreibweise finde ich nach wie vor angenehm und flüssig zu lesen. Seine Worte zeichnen Bilder in den Kopf und vor allem zu Beginn konnte ich mein Kopfkino so richtig ausleben.

Sehr viele Charaktere verlassen uns in diesem Buch, was ich in einigen Fällen auch sehr traurig fand. Man baut über die Jahre doch ein wenig eine Beziehung zu ihnen auf und leidet mit. Besonders ein Ereignis hat mich sehr mitgenommen, vor allem weil es so weite Kreise und eine herzergreifende Szene nach sich zieht.

 

Fazit: Irgendwie ist es traurig, dass eine Serie endet, andererseits geht sicher wieder eine Tür auf und wir dürfen uns auf etwas Neues aus Thomas Engers‘ Feder freuen. 

 


Während Henning noch immer auf der Suche nach dem Mörder seines Sohnes ist, bekommt seine Ex-Frau Nora den Auftrag die verschwundene Hedda Hellberg zu finden, mit der sie zusammen studiert hat. Schnell findet sie heraus, dass schon einmal jemand aus der Familie spurlos verschwunden ist, Heddas Tante. Nora lässt nicht locker und taucht immer tiefer in einen Sumpf aus Familiengeheimnissen und Lügen ein. Parallel dazu kommt auch Henning weiter und nähert sich Schritt für Schritt der Wahrheit. Doch wer will das zu verhindern wissen? Unanbhängig voneinander gerät das Ex-Paar in Gefahr…

 

Wieder ist Henning ein gutes Stück weiter in seinen Bemühungen, die Mörder seines Sohnes zu finden – doch was er erfährt lässt ihn erschauern! In jedem Buch nähert er sich diesen schrittweise an, was es nahezu unabdinglich macht, dass man die Bücher in der richtigen Reihenfolge liest. Denn die Beziehung zwischen Nora, Henning und Iver ist kompliziert und wird über die Reihe durch auf- und ausgebaut.

 

Enger entwickelt hier auf 400 Seiten ein Szenario, das man sich in seinen wildesten Träumen nicht hätte ausmalen können. Die Hintergründe liegen viele Jahre zurück und sind logisch und nachvollziehbar. Man muss aber genau aufpassen, dass man sich in den vielen Personen nicht verheddert, denn die Familie Hellberg ist groß und keiner ohne Schuld.

 

 

Die Schreibweise des Autors hat mir sehr gut gefallen, sie ist sehr flüssig und dennoch ausdrucksstark und die Wörter perlen nur so an einem vorbei. Auch die Handlung ist gut durchdacht und aufgebaut und ich bin schon gespannt auf den nächsten Band.