Die Studentin

 

Tristan und Isolde

Jason und Medea

Abaelard und Héloise

Romeo und Julia

 

Diese Liste ließe sich noch unendlich erweitern, denn auf dem Thema Liebe und Leiden baut Gerritsen ihren neuen Kriminalroman auf.

 

Die Story wird auf zwei Ebenen erzählt: Vergangenheit und Gegenwart. Beide fand ich sehr gelungen. Taryns Weg und ihre Besessenheit von Liam. Hier fängt Gerritsen die Stimmung von Taryn sehr gut ein und ich konnte mich auch gut in ihre jeweiligen Launen einfühlen.

 

Die Handlung in der Gegenwart ist geprägt von den Ermittlungen zum Selbstmord der Studentin und hier fällt vor allem Detective Frankie auf. Auch sie hat eine prägende Erfahrung in der Vergangenheit machen müssen und verbeißt sich regelrecht in den Fall.

Teilweise war es mir dann schon zu viel „böse Männer, verschmähte Leidenschaft“, aber im Kontext mit den alten Schriften hat alles gut zusammengepasst.

 

Viele Verdächtige gab es im Buch nicht, aber teilweise waren mir die dann doch zu offensichtlich und ich muss zugeben, dass ich sehr spät auf den wahren Täter gekommen bin. Zwischendurch hatte ich sogar die abstruse Idee, dass die Rache von Taryn etwas weit gegangen wäre. Gerritsen schafft es also, durch kleine eingestreute Details die Spannung bis zum Ende hoch zu halten.

 

Fazit: Gerritsen ist eher bekannt für ihre Reihen um Rizzoli und Isles. Aber auch dieser Stand-Alone hat mir sehr gut gefallen.

 


Rizzoli und Isles sind wieder da.

 

Ein Mörder geht um in Boston. Eine Frau wird tot aufgefunden, die Augen ausgestochen. Ein Mann wurde mit Pfeilen gespickt. Trotz der unterschiedlichen Mordarten finden Rizzoli und Isles einen Zusammenhang.

Der Mörder ist im Umfeld eines ehemaligen Kinderheimes zu suchen, doch die einzige noch lebende Zeugin, mauert und gibt nichts preis. Erst als erneut ein damaliger Heimbewohner verschwindet, kommt Schwung in die Ermittlungen. Aber ist das vielleicht schon zu spät?

 

Nicht der stärkste Band der Reihe. Mir kam zu viel Privates vor. Maura und Daniel, Janes Eltern, ihr Bruder … Irgendwie trat die Handlung teilweise etwas auf der Stelle. Wenn die auch durchaus spannend war, wenn sie mal im Fluss war. Sehr raffiniert streut die Autorin Szenen aus der Vergangenheit ein. Bald kam mir beim Lesen ein erster Verdacht. Aber Gerritsen wäre nicht Gerritsen, wenn sie es dem Leser so einfach machen würde. Der Plot hat mich dennoch überrascht, auch wenn er etwas in die Länge gezogen wurde. Es wäre schön, wenn die Autorin wieder ein wenig an ihren Charakteren arbeiten würde. Scheinbar gibt’s nichts Neues mehr und die Liebesgeschichten sind für mich mittlerweile etwas zu ausgelutscht. Ein ewiges Hin und Her.

 

Ansonsten nichts auszusetzen: starke Erzählweise, bizarre Morde, schwierige Ermittlungsansätze und ein überraschendes Ende. Gerritsen kann schreiben, vor allem grausam. Kurz vor dem Schlafengehen sollte man diesen Thriller lieber nicht lesen. Er könnte für schlimme Träume sorgen

 

 

 

 

Tess Gerritsen einmal ganz anders

 

Die Handlung des Buches spielt auf zwei Zeitebenen. Die Gegenwart mit Julia und ihrer Familie und der Vergangenheit um Lorenzo und Laura.

Als Julia in Rom ein Antiquitätengeschäft betritt, findet sie ein altes Notenblatt, das sie von Anfang an fasziniert. Wieder zu Hause spielt sie das Lied auf ihrer Geige – und bemerkt, dass die Komposition ihre Tochter zu verändern scheint. Denn am Ende des Liedes ist die Katze tot, mit mehreren Stichen getötet. Als sich dieses Geschehen so ähnlich wiederholt ist Julia verzweifelt! Liebt ihre Tochter sie nicht, weil sie auf sie losgegangen ist? Was hat es mit dem Lied auf sich? Zusammen mit einer Freundin fährt sie nach Venedig, um den Komponisten ausfindig zu machen oder zumindest die Geschichte des Liedes.

 

Der Leser ist Julia weit voraus, denn Lorenzos Geschichte wird im zweiten Strang erzählt. Als Sohn jüdischer Eltern hat er es nicht leicht in den späten 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Lorenzos Geschichte fand ich fast besser als Julias. Und so wollte es die Autorin wohl auch. Denn im Nachwort schreibt sie, wie sie darauf kam, dieses Buch zu schreiben. Die Menschen sollen nicht vergessen sein und vor allem sollen auch die erwähnt werden, die geholfen haben und zu Helden wurden. Die Aufklärung am Ende fand ich etwas klischeehaft, aber eigentlich musste es so kommen.

 

Gerritsen kann nicht nur Thriller schreiben, wie sie in Totenlied mehr als gut beweist. Mich hat Lorenzos Story tief bewegt, die von Julia war teilweise spannend erzählt, konnte mich aber nicht so mitreißen, weil ich keine Bindung zu der Protagonistin aufbauen konnte. Irgendwie war Julia eben da, aber nur oberflächlich. Hier haben mir Lorenzo und die Liebe zu Laura viel mehr gegeben. Das Buch lässt sich aufgrund von Gerritsens anschaulichem und flüssigen Schreibstil sehr schnell lesen. Mir war es fast zu schnell. Gerne hätte ich noch mehr gelesen.