Über viele Jahre hinweg verfolgt Jeri die Spur des Mörders ihres Vaters. Immer wieder werden Leichen gefunden, die auf dieselbe Weise getötet wurden. Als sich Jeri sicher ist, wer der Täter ist, wendet sie sich an Lacy Stoltz, eine Ermittlerin, deren Arbeitsgebiet es ist, kriminell gewordene Richter zu überführen. Jeri ist überaus vorsichtig, doch dann kommt eben dieser Richter ihr auf die Spur und sie gerät in Gefahr.

 

Nach 5 Jahren geht die Story um die Ermittlerin Lacy Stoltz weiter. Und der Fall hat es echt in sich. Ein Wunder schon allein, dass Jeri auf die Spur des Richters gekommen ist, aber der ist so raffiniert und clever, dass man ihm nichts beweisen kann. Das erhöht natürlich die Spannung und Brisanz des Buches gewaltig.

Vor allem als Bannick mit seinen Nachforschungen beginnt, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Jeri ist schon clever, aber er noch viel mehr. Spätestens hier habe ich mich gefragt, wie wohl die finale Aufklärung stattfindet, welchen Fehler alle bisher übersehen haben. Ich war dann über das Ende sehr überrascht und ein winziges bisschen enttäuscht.

Durch den Perspektivenwechsel zwischen dem Richter und Lacy und Jeri, treibt Grisham die Handlung immer weiter voran bis zu ihrem Höhepunkt und fesselt den Leser immer mehr. Einesteils entwickelt er das perfekte Verbrechen, andererseits scheint es dieses dann doch nicht zu geben.

Fazit: Ich habe lange keinen Grisham mehr gelesen, weil ich in den ganzen Gerichtsfällen irgendwie immer eine Wiederholung gesehen habe. Der Fall „Der Verdächtige“ ist aber erfrischend anders und etwas Neues.

 

 


Die Organisation Guardian Minstries hat es sich zur Aufgabe gemacht, unschuldige Strafgefangene zu rehabilitieren. Der Anwalt Cullen Post und Ex-Knacki Frankie haben eine hohe Erfolgsquote. Doch bei Quincy Miller beißen sie auf Granit: zu viele Lügen behindern das Wiederaufnahmeverfahren und jemand ganz oben muss seine Hände mit im Spiel haben, denn bald sind Cullen und Frankie auch auf der Abschussliste.

 

Grisham hat wieder einen Gerichtskrimi geschrieben, der es in sich hat. Die Organisation, die zu Unrecht Verurteilten Menschen hilft finde ich sehr gut gelungen und erste Erfolge stellen sich auch schnell ein. Dabei finde ich das Vorgehen, bzw. die Erzählweise von Grisham sehr gut. Cullen ist ein Anwalt, der sich nicht so leicht einschüchtern lässt und auch unkonventionelle Ideen hat und dadurch zum Erfolg kommt. Viele dieser Ermittlungsansätze haben mich schmunzeln und am Ende staunen lassen.

 

Die Fälle sind logisch aufgebaut und am Ende bleiben keine Fragen offen.

 

 

Fazit: schrieb ich bei einem der letzten Thriller noch in die Rezension, dass Grisham und ich uns wohl auseinandergelebt haben, muss ich diesen Gedanken bei diesem Buch wieder revidieren: Grisham hat sein Schema etwas geändert und ich bin wieder voll dabei. 

 

 


 

  Warum tötet Pete Banning den Pfarrer der Gemeinde?

 

 

Dieser Frage geht Grisham in seinem neuen Roman nach. Denn scheinbar hat Banning so gar keinen Grund dazu. Und auch wie er die ganze Sache angeht ist kurios: ganz ruhig, ohne jegliche Verteidigung oder Beschönigung stellt er sich dem Gericht, auch wenn er weiß, dass die Todesstrafe droht.

Das Buch ist in 3 Teile gegliedert:

 

-        Die Tat und der Prozess

-        Die Vergangenheit Petes und sein Trauma im Krieg

-        Die Auflösung

 

Wobei diese erst auf den letzten Seiten den Leser erlöst. Zugegeben: ein vager Verdacht beschleicht sich zu einem Moment im Buch, aber das Rätseln über viele Seiten hat viel Spaß gemacht.

 

Sehr beeindruckend fand ich auch den Teil mit Pete als Soldat. Ich wusste gar nicht, dass der 2. Weltkrieg auf den Philippinen so heftig getobt hat. Normalerweise bin ich kein Fan von ausführlichen Kriegsschilderungen, aber Grisham gelingt es problemlos, den Angst und Schrecken zu schildern und den Leser zu schocken, dass man förmlich an den Zeilen klebt.

 

Grisham hat dieses Mal seinen normalen Buchaufbau durchbrochen und geht neue Wege. Für mich funktioniert das sehr gut, denn ich war die ganzen Gerichtsbücher mit der Zeit schon etwas leid. Natürlich kommt es auch in diesem Buch wieder zu einer Gerichtsverhandlung und der Leser ist live bei der Hinrichtung dabei, was mich schwer schlucken ließ, denn Grisham nimmt auch hier kein Blatt vor den Mund und beschreibt die Szene so grausam, wie sie wohl in der Realität auch abgelaufen sein mag.

 

Fazit: ein Rätsel, das Leser von der ersten bis zur letzten Seite beschäftigt. 

 

 

 

 

 

  


Als Mark, Todd und Zola merken, dass sie mit ihrem Jurastudium und den Studiengebühren betrogen wurden, wollen sie sich an der Gesellschaft rächen. Als Anwälte ohne Zulassung grasen sie Gerichte ab und schaffen sich einen Grundstock. Doch das ganz große Geld wartet woanders…

 

Nun ja, eine Meisterleistung fand ich das Buch jetzt nicht, aber doch ganz lesenswert, wenn es auch seine Längen hatte und ich erst nach dem 1. Viertel so richtig reinkam. Anfangs war noch viel Theorie, erst als die Freunde mit ihrer Arbeit bei Gericht beginnen, musste ich so manches Mal schmunzeln, da stieg dann auch die Spannung.

 

Sehr realistisch fand ich dann auch, dass man ihnen so schnell auf die Fährte kam. Denn alles andere wäre unglaubwürdig gewesen. So sind unsere Partner also immer unter Druck und müssen sich neue Kniffe einfallen lassen. Dabei greift Grisham sein altbewährtes Thema, das amerikanische Rechtssystem, das den jungen Nichtanwälten jede Menge Platz für ihre Kniffe lässt, auf. Allerdings ist von seinem meisterhaften Erzähltalent hier eher weniger zu merken, irgendwie springt er von Handlung zu Handlung und mir fehlte etwas der Rote Faden und der Kampf gegen scheinbar übermächtige Gegner,  der erst aussichtslos erscheint, dann aber doch noch gewonnen wird. 

 

Als Zweitstory läuft nebenher die Geschichte von Zolas Familie, die in den Senegal abgeschoben werden soll. Anfangs dachte ich noch, die braucht doch keiner, diente sie dann aber als Sprungbrett für den zweiten Teil und wirkte teilweise sehr beklemmend.

 

 

Fazit: Fand ich die früheren Romane von Grisham noch einsame Spitze, haben er und ich uns jetzt wohl etwas auseinander gelebt. 

 

 

 


Eine hohe Richterin wird der Bestechlichkeit und Unterschlagung verdächtigt. Die juristischen Ermittler einer Sonderbehörde Hugo Hatch und Lacy Stoltz bekommen Tips von Whistleblowern, geraten aber selbst in Gefahr, denn die Organisation hinter der sie her sind, ist gewaltig. Und will sich natürlich ihre Geschäfte nicht kaputt machen lassen. Sie schrecken auch vor Mord nicht zurück. Doch dann machen sie einen unverzeihlichen Fehler…

 

 

 

 Grishams neuester Gerichtsroman ist erfrischend anders. Nicht Kleinkriminelle sind sein Thema, nein, er geht hinter die ganz Großen. Anfangs hatte ich ein paar Probleme, in die Handlung zu finden, bis die ganzen Zusammenhänge geklärt und die Organisationen vorgestellt waren. Aber spätestens bei dem geheimen Treffen hinterm Kasino hatte mich die Handlung so gepackt, dass ich das Buch nur noch schwer weglegen konnte. Dabei sind die Hintermänner ja eigentlich bekannt und es besteht auch kein Zweifel, dass die Richterin zu Recht beschuldigt wird. Allerdings ist die Beweisführung nicht einfach. Doch Grisham gelingt wieder der Spagat zwischen Spannung und gerichtlichem Fachwissen. Seine Schreibweise ist gewohnt flüssig und anschaulich und nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise. Auch wenn man sich teilweise in den vielen Handlungen und Nebenschauplätzen etwas verlieren könnte, Grisham führt den Leser jedes Mal wieder zurück auf den richtigen Weg und führt am Ende alle Fäden logisch zusammen.

 

 

 

Besonders erfrischend fand ich den Charakter Gunter. Den Bruder von Protagonistin Lacy. Auch wenn er etwas ungehobelt rüberkommt – er hat das Herz auf dem rechten Fleck und ist immer da, wenn man ihn braucht. Andere Charaktere wirken dagegen teilweise etwas hölzern, so konnte ich keine Verbindung zu Lacys neuem Freund aufbauen. Im Gegenteil, mir kam er immer recht verdächtig vor. Und einer verschwand gar gänzlich von der Bildfläche, ohne weiter erwähnt zu werden.

 

 

Fazit: Anfangs etwas komplizierte Handlung, später aber eher spannend und mitreißend

 

 

 

 

Ein etwas ungewöhnlicher Anwalt ist Sebastian Rudd ja schon: verteidigt sehr hoffnungslose Fälle auf etwas andere Art. Dabei deckt er die einen oder anderen Missstände der Justiz auf, aber nicht ohne die auch für seine Zwecke zu verwenden.

 

Anfangs liest sich das Buch wie eine Serie Kurzgeschichten, das machte es etwas schwer, in die Handlung zu finden, weil man sich öfter an neue Charaktere gewöhnen musste. Doch spätestens in Teil 4, als alle Stränge zusammenlaufen, hatte mich die Story gepackt.

 

Der Todeskandidat, der flieht, der unschuldige Gefangene und der Mann der auf vermeintliche Einbrecher geschossen hatte – alles für sich nette Zutaten, aber in der Summe ergeben sie ein Gebräu aus Spannung, Kopfschütteln und leichtem Grinsen. Denn Sebastian ist durchaus auch humorvoll. Auch sein Privatleben kommt nicht zu kurz und mir kam er durchaus als guter Vater daher, wenn er das auch selber nicht so sah. Seine Ex-Frau dagegen fand ich unsymathisch und nervig.

Grisham lässt seinen Anwalt in der Ich-Form erzählen, was mich anfangs etwas irritiert hat. Bald jedoch mochte ich seine lässige, unkonventionelle Art und seine Art zu denken sehr gerne. Auch die kleine Romanze, die sich anbahnt fand ich nicht störend, sie nahm auch nicht so viel Raum ein, dass sie überhand genommen hätte.

 

Ein wenig erschreckend fand ich das amerikanische Justizsystem beim Lesen dann doch und hoffe, dass Grisham das in seinem Roman eher überspitzt dargestellt hat. Denn sonst mag man gar nicht mehr an die Gerechtigkeit glauben.

 

 

Fazit: anfangs etwas schwierig hineinzukommen, doch Grisham braucht die Zeit, um seine Charaktere und die Handlung würdig aufzubauen.