Die Erde ist nach einem Atomkrieg unbewohnbar und nur auf dem Mars siedelt noch eine kleine Kolonie Menschen. Die möchten allerdings gerne auf die Erde zurückkehren und entsenden Forscher. Die jedoch werden von einem Rest Menschen, die überlebt haben, gefangen genommen. Robin Normandie wird nun auserwählt, als einzelner Botschafter nach den Kriegern zu suchen und seine Mission soll sein, zu erforschen ob die Erde wieder bewohnbar ist. Doch irgendetwas stimmt nicht bei dem Ganzen.

 

Lelord schreibt zauberhafte Romane. Positives für die Seele. Denn seine Bücher haben immer auch eine philosophische Variante: meist die der Suche nach dem Glück.

War ich schon von seinen Hektor-Büchern begeistert, konnte mich auch der blaue Planet wieder überzeugen.

 

„Wie viel kann eine Gesellschaft verkraften, ohne dass Neid oder Geringschätzung aufkommen?“

 

Dieser Frage geht Lelord in seinem neuem Buch nach. Sein Protagonist Rob trifft auf einer einsamen Insel auf eine Gruppe Menschen, die nicht viel haben. Und die sich ihre Ressourcen einteilen. Auf den ersten Blick scheinen die Menschen glücklicher, doch stimmt das, wenn man tiefer blickt? Welche Art zu leben ist besser? Die, die Robin auf dem Mars lebt und Hierarchien und Wohlstand herrschen? Oder doch die der Menschen auf der Erde, die nicht viel haben und doch glücklich scheinen?

 

Letzten Endes muss der Leser das selbst entscheiden, der Autor gibt nur Gedankenanreize.

 

Mir hat die Schilderung Lelords sehr gut gefallen. Die Erde wurde zerstört, die Menschen, die dort noch leben haben keine Erinnerung an frühere Ereignisse. Die Einen wiederholen unwissend die Fehler der Vorfahren und vermehren sich ungemindert, verbrauchen die Ressourcen der Erde und lernen nicht daraus. Gewisse Parallelen zur heutigen Zeit sind hier unbestritten.

 

Fazit: ein wunderbares Buch zum Träumen und Nachdenken, aber auch voller Poesie und letztlich auch Spannung.

 

 

 

 

 

Endlich ein neuer Hector!

 

Hector ist 25 und absolviert seine Assistenzarztzeit in der psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses. Nachdem ein chinesischer Arzt dort einen Qi-Gong-Kurs begonnen hat werden die ganzen Patienten spirituell. Hektor forscht nach und findet heraus, dass es an einem speziellen Tee liegt. Und hinter dem sind alle her! Hektor muss sogar nach Tibet reisen, damit die Verfolger nicht an das Geheimnis hinter dem Getränk kommen. Hierbei begleitet ihn Clothilde, in die sich Hector unsterblich verliebt hat. Doch die ist recht unnahbar.

 

Ein Teufelszeug! Dieser Tee wird natürlich auch von Hector probiert und seine Halluzinationen bringen ihn fast vom rechten Glauben ab. Eine herrliche Idee und eine herrliche Jagd durch Tibet beginnt. Stellenweise mutet das Buch fast wie ein Krimi an, stellenweise wieder wie eine Liebesgeschichte und stellenweise – leider – auch wie ein Religionsbuch. Letzteres war mir teilweise etwas zu viel. Die Gemeinsamkeiten zwischen Buddha und Jesus noch größtenteils interessant zu lesen, aber dann ging mir das Ganze etwas zu sehr ins Detail. Dabei war der Rest so zauberhaft geschrieben. Auch wenn ich bei Lelords Bücher immer ein wenig denke, da erzählt ein Schulkind einen Deutschaufsatz. Aber ich liebe seine Ausdrucksstärke, die immer wieder einfließt, z.B. in diesen Zitaten:

 

„Noémie hatte es tatsächlich lange nicht gemacht, aber mit Hector machte sie es ziemlich lange.“

„Im Grunde waren nämlich überall auf der Welt die Menschen und die Pflanzen diesseits wie jenseits einer Grenze die gleichen.“

Vor allem der letzte Satz regt zum Nachdenken an. In unserer heutigen Welt mit all ihren Problemen wünschte man sich, dass dieser aufgenommen und um die Welt gesendet wird.

Ich bin ein großer Fan von Hector, vor allem seine ersten Bücher, in denen er noch vom Vater angeleitet wird. Allen gleich ist Hectors Notizbuch, das ich mir manchmal auch für mich wünsche. Zum Träumen, Nachdenken oder einfach Abschalten.

Dieses Buch spielt in Hectors Jugend, also vor Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück.