Colter Shaw ist Prämienjäger, das heißt, er sucht Verschwundene, für deren Finden es eine Belohnung gibt. Als er die Jugendlichen Adam und Erick sucht, stößt er auf die Fährte einer ominösen Organisation. Und macht es sich zur Aufgabe, diese zu zerschlagen. Doch dabei gerät er fast an seine Grenzen.

 

Ich habe mich sehr auf das neue Buch von Jeffery Deaver gefreut und wurde wie immer nicht enttäuscht. Bereits auf den ersten Seiten war ich voll in der Handlung gefangen und das hat auch nicht nachgelassen bis zum Ende. Leider musste ich zwischendurch kurz abbrechen, um zu schlafen.

 

Die Suche nach den Jungen ist nur der erste Teil und schon der war sehr trickreich. Wie Shaw seinen Konkurrenten abhängt, das hatte schon etwas Besonderes. Auch der Abschnitt im Camp war sehr interessant und es gab reichlich Hintergrundwissen zu Sekten. Ein wenig gestört hat mich, dass bei Colter alles so glatt ablief, spannender wäre ein Antagonist gewesen, der ihm auf der Spur zu sein scheint. Dennoch gefiel mir die Handlung wieder sehr gut.

 

Deaver hat so seine eigene Erzählweise. Dadurch, dass Colter seine Pläne nie verrät und der Leser meistens erst nachträglich aufgeklärt wird, sinnt man immer mit, wie Colter wohl aus dieser Situation herausfinden könnte.

 

Durch das Ende ist bereits der Grundstein für ein neues Abenteuer gelegt, auf das ich mich schon jetzt freue.

 

 

Fazit: Colter Shaw ist schon ein besonderer Charakter, der Deaver hier gelungen ist. Und auch das Setting in einer Sekte hat mir sehr gut gefallen. 

 

 


Colter Shaw ist ein neuer Ermittler von meinem Lieblingsschriftsteller Jeffery Deaver. Durch seine erfolgreiche Reihe um Privatermittler Lincoln Ryhme bekannt, geht er nun einmal andere Wege.

 

Colter ist ein tougher Prämienjäger. Deaver lässt seine Persönlichkeit nur häppchenweise frei. Manchmal hatte ich das Gefühl, er lässt sich selbst noch überraschen, wie und wohin sich sein Protagonist entwickelt.

 

Die Handlung gliedert sich ein wenig auf in zwei Fälle: der Überfall auf Colter und was dahintersteckt und die Jagd auf den „Spieler“. Ein Computerspiel dient diesem als Vorlage für seine Taten und Colter hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Opfer zu retten. Denn der Spieler tötet sie nicht gleich, sondern setzt sie mit 5 Gegenständen aus, die ihr Leben retten könnten.

 

Einen Einblick in die Gaming-Industrie zu bekommen, fand ich sehr interessant. Auch die Tatsache, dass der Täter seine Entführungen darauf aufbaut. Die Umsetzung jedoch war mir ein wenig holprig. Wobei ich die Suche nach dem verschwundenen Mädchen zu Beginn noch sehr mochte. Auch Colters Wesen und seine Art, Spuren zu finden. Danach zog sich das Buch leider etwas bis zur Auflösung des Falles – um dann irgendwie erneut zu starten mit dem Eindringling in Colters Wohnwagen.

 

Irgendwie fehlte hier die Struktur und ich dachte, nach dem Abschluss des einen Falls wäre das Buch dann zu Ende. Aber leider lasen sich die letzten 50 Seiten wie ein Prolog für das nächste Buch. Da ich aber sehr neugierig bin, welches Geheimnis Colter noch über seinen Vater aufdeckt, bin ich da auch gerne wieder mit dabei.

 

Fazit: kommt leider nicht an Rhyme/Sachs heran, jedenfalls noch nicht. 

 

 


Ein Mord an einem Diamanthändler beschäftigt Lincoln Rhyme und Amelia Sachs ganz besonders. Denn der vordergründig recht einfache Fall entpuppt sich als Marionettenspiel par excellence. Und dieses Mal sind es tatsächlich die Täter, die schlauer sind als Sachs und Rhyme.

 

Ein wenig unspektakulär und unspannend beginnt der neue Krimi des Bestsellerautors Jeffery Deaver. Anfangs kam die ganze Bandbreite von Rhymes‘ Genie gar nicht zum Tragen und ich brauchte lange, bis ich in die Handlung hinein fand. Aber Deaver wäre nicht Deaver wenn er nicht noch jede Menge Überraschungen für den Leser bereit hielte. Und die zu durchschauen sind auch manchmal tatsächlich etwas schwierig. Vor allem ob der komplexen Handlung, die mehrere Fälle in sich vereint: der Bombenleger, der Verlobte, der Terrorist.

 

Mir hat in diesem Buch ein wenig die Spannung gefehlt. Und das typische Rätselraten von Rhyme. Sicher, es war da, vor allem gegen Ende. Aber bis zur Hälfte des Buches plätschert die Handlung so vor sich hin und als Leser wird man über die Kunst des Diamantschleifens aufgeklärt, was ich absolut zum Gähnen fand. Sehr sympathisch war mir aber der junge Diamantschleifer, den hätte man ruhig noch mehr in die Handlung einbinden können.

 

Der Schluss wartet mit einem wahren Feuerwerk an Überraschungen auf, wenn auch Deaver schon früher im Buch ein Stück Lunte zieht und dem Leser für meinen Geschmack schon viel zu viel verrät. Die Handlung hat mehrere Stränge und zuerst dachte ich, dass diese alle irgendwie ins Leere laufen, sie werden aber zum Schluss hin zusammengeführt und aufgeklärt und hier setzte dann tatsächlich wieder die Einfallskraft Deavers ein.

 

Fazit: ein etwas schwächerer Deaver, der aber gegen Ende doch noch überzeugen konnte.

 

 


Rhyme und Sachs in ihrem 13. Fall. Dieses Mal in Neapel. Bella Italia! Doch die Ermittlungen gestalten sich alles andere als nach Urlaub. Denn ein Serientäter geht um in Neapel, der es auf Flüchtlinge abgesehen zu haben scheint. Doch als Sachs und Rhmye dem Täter näher kommen, decken sie Unglaubliches auf.

 

Den gelähmten Ermittler nach Europa zu versetzen ist mal eine etwas andere Idee. Dass Deaver die Flüchtlingskrise in einen Thriller verpackt fand ich auch neu und anders. Und die Italiener mag ich ja eh. Allen voran Ercole, der Forstermittler, der erst jetzt sein volles Potential ausschöpfen darf.

 

Die Story an sich wirkte für mich ein wenig konstruiert, ich mag es lieber wenn Sachs und Rhyme einem Verbrecher hinterherjagen. Hier sah es 100 Seiten vor Schluss schon so aus, als wäre die Story zu Ende, wenn auch mit überraschendem Plot. Doch Deaver hatte noch ein Zuckerl in petto, wobei ich das, wie gesagt, nicht so gelungen fand.

 

Ich mag es, wenn die beiden Ermittler aus scheinbar nichts plötzlich einen Tatort finden. Und so war es auch bei den verübten Taten des Komponisten jedes Mal sehr knapp. Beinahe hätten sie ihn schon beim ersten Fall erwischt. Aber der ist ja natürlich auch nicht blöd und hat sich abgesichert.

 

Auch wenn das Buch wieder total lebendig geschrieben ist, hat mir dieses Mal doch ein wenig gefehlt. Spannung war vorhanden, auch die Zusammenarbeit mit der italienischen Polizei hat mir gefallen, aber irgendwie konnte mich der ganze Fall an sich nicht so begeistern. Wobei ich einige Szenen schon sehr genial gefunden habe: das absolute Gehör des Komponisten, das erste Testen von Grappa, die Schilderungen Neapels, der Staatsanwalt (jaa, auch der) und vieles mehr.

 

Fazit: Mir hat es gut gefallen, aber nicht alles. 

 

 


Amelia Sachs und Lincoln Rhyme ermitteln wieder. Amelia ist auf der Jagd nach einem Mörder, Lincoln, der bei der Polizei aufgehört hat, versucht sich in einem Zivilprozess. Bald stellt sich heraus, dass beide im selben Fall tätig sind: der vermeintliche Unfall war ein Mord. In schneller Folge geschehen weitere Morde und das Team ist wieder einmal ganz schön gefordert.

 

Und dann taucht auch noch jemand aus Amelias Vergangenheit auf…

 

Ich lese Deaver schon lange, vom ersten Buch an. Und kann es immer kaum erwarten, bis ein neuer Band erscheint. Auch dieses Mal habe ich sehnsüchtig dem Erscheinungstermin entgegengefiebert und wurde nicht enttäuscht.

 

Zugegeben: Deaver packt einiges in sein neues Buch. Die Mordfälle, der Schadensersatzfall, eine neue Person, ein alter Fall und dann auch noch Amelias Ex-Freund. Aber kein anderer würde schaffen, was Deaver spielend gelingt: das alles so zu verweben, dass keine Langeweile entsteht und dass alle Rädchen nahtlos ineinander greifen. Anfangs war ich dennoch etwas enttäuscht. Was mir noch nie passiert ist, dass ich bei einem Rhyme/Sachs-Buch so lange für den Einstieg gebraucht habe. Denn das Buch lässt sich lange Zeit, bis es so richtig spannend wird. Ewig doktern die Ermittler an dem Fall der Rolltreppe herum. Erst als feststeht, das war gar kein Unfall, und als der Mörder schnell neue Taten begeht, wird es so richtig spannend und ab da konnte ich das Buch auch nicht mehr zur Seite legen.

 

Sehr schön fand ich auch die Einführung des neuen Charakters Juliette Archer, die sich auf ein Leben im Rollstuhl vorbereitet. Ein wenig vorhersagbar war dann jedoch die Situation am Schluss, dennoch hatte ich Herzklopfen bei der Szene in Rhymes‘ Wohnzimmer.

 

In Einschüben erzählt der Täter, doch sein Motiv bleibt im Dunkeln und am Ende überrascht uns der Autor noch mit einer netten Wendung.

 

Ich liebe die Fälle von Rhyme und Sachs. Unter anderem auch deshalb, weil neueste Methoden und auch digitale Ermittlungen stattfinden. Dieser Fall bietet noch einiges mehr an Modernität.

 

Fazit: nach anfänglichen Startschwierigkeiten ein Buch, das fesselt. 

 

 

 

 

 


Scheinbar wahllos pickt sich ein Mann Orte heraus, um dort Menschen in Panik zu versetzen und diese eventuell sogar sterben zu sehen. Kathryn Dance gerät rein zufällig in die Ermittlungen und hinkt dem Täter immer einen halben Schritt hinterher. Denn selbst der Täter muss zugeben: Kathryn ist schlauer als er dachte. So erfindet er einen perfiden Plan, um sie loszuwerden. Doch Kathryn ist auf der Hut…

 

 

 

Wieder einmal ein Abenteuer von Jeffery Deaver, das ich an einem Tag verschlungen habe. Zugegeben: das Duo Rhyme/Sachs gefällt mir noch besser, aber auch seine Heldin Dance habe ich ins Herz geschlossen.

 

 

 

Der vorliegende Fall ist wieder ein super Einfall des Autors. Ein Täter, der mit der Angst seiner Mitmenschen spielt und sich daran aufgeilt. Seine Handlung ist erneut überaus schlüssig geschildert, flüssig geschrieben, mitreißend erzählt und am Ende werden alle Fäden logisch zusammengeführt und aufgeklärt. Auch Dances‘ Privatleben kommt nicht zu kurz, überschattet aber nicht den Hauptfall und auch dieses Mal darf Kathryn all ihr Können zeigen und Deaver führt den Leser ein ums andere Mal auf eine falsche Fährte.

 

 

 

Ganz besonders genossen habe ich jeweils die Schilderungen an den jeweiligen Tatorten. Die Panik war spür- und erlebbar und ich flog nur so durch die Seiten. Deaver gönnt einem keine Atempause, peitscht den Leser durch sein Buch und man mag es kaum aus der Hand legen, um gelegentlich mal einen Schluck Wasser zu trinken oder das Essen zu kochen.

 

 

 

Fazit: wieder einmal ein Deaver ganz nach meinem Geschmack. Raffiniert und spannend.

 


Der mittlerweile 11. Band um den gelähmten Ermittler Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs.

 

Der Giftzeichner, so genannt, weil er seine Opfer mit Gifttattoos tötet, scheint keinem konkreten Plan zu folgen, was es Lincoln Rhyme anfangs sehr schwer macht, seinen Beweggründen zu folgen und ihn aufzuspüren. Der Täter mordet weiter und Sachs und Rhyme kommen ihm zwar nahe, aber eben doch nicht ganz. Und der Killer genießt es, dass er beiden immer wieder entkommen kann. Wer wird am Ende der Klügere sein? Die Ermittler oder der Mörder?

 

 

Die Bücher von Jeffery Deaver sind wie nach Hause kommen: sofort ist man drin, sofort findet man gute Freunde in den Protagonisten wieder und die Bücher lesen sich irgendwie von selbst.

 

Der Aufbau des Buches ist wieder sehr gelungen. Zuerst der Mord an der jungen Frau, Schnitt zu Lincoln Rhyme und Fundort und schließlich Einsichten in die Psyche des Täters. Dies kombiniert mit kurzen Kapiteln und vielen Cliffhangern macht das Buch wieder einmal unverwechselbar und schnell. Vor allem die Abschnitte, in denen der Täter agiert fand ich sehr gut, weil man da den Ermittlern ein wenig voraus ist. Aber auch die Art und Weise wie Rhyme und Sachs den Fall angehen hat mich begeistert. Der Täter macht immer wieder Fehler, trotzdem gelingt ihm auch immer wieder die Flucht und Rhyme und Sachs haben das Nachsehen. Ein raffinierter Ermittler vs. einen raffinierten Mörder – das bringt Spannung und Lesefreude. Schon gespannt wartet der Leser am Ende auf die Deaver-typische Wendung, und er wird nicht enttäuscht.

Und bekommt zusätzlich schon einen kleinen Happen zum nächsten Fall von Rhyme und Sachs hingeworfen, der hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt.

 

Fazit: Deaver immer noch in Bestform. Jedes seiner Bücher ist absolut lesenswert und mit dem vorliegenden Band hat er sich wieder selbst übertroffen.