Eine Frage der Moral

 

Mona Lang hat ein Haus geerbt und wähnt sich am Gipfel ihrer Träume. Doch bald merkt sie, dass das Haus ein Geheimnis birgt, dem sie sich nicht verschließen kann und das sie nicht glücklich macht. Ihre Nachforschungen führen sie weit zurück in die Vergangenheit und in eine Familiengeschichte, die sie sich nicht auszumalen gedacht hätte.

 

Wieder ein tolles Buch aus der Feder Ellen Sandbergs. Ich mag sowohl ihre Romane als auch ihre Krimis sehr gerne. Im vorliegenden Band dröselt sie eine Familiengeschichte auf, die ihresgleichen sucht. Als Leser muss man auch genau aufpassen, dass man zwischen den vielen Personen nicht den Anschluss verliert. Anfangs denkt man nie an einen Zusammenhang der beiden parallel laufenden Fäden, doch nach und nach erschließt sich, größtenteils aus alten Briefen, die Mona findet, immer mehr, dass das Haus eine bewegte Vergangenheit hat.

 

Mona ist ein Gutmensch, deshalb treibt sie ihre Moral zu einem unvorstellbaren Schritt und bis zum Ende dachte ich noch, dass es anders ausgehen müsste. Das Ende zweier Personen scheint etwas offen, was aber durchaus eine gelungene Wendung ist.

Toll fand ich auch, dass die Autorin ihrem Münchner Kommissar eine kleine Gastrolle zuschreibt.

 

Über den Schreibstil von Ellen Sandberg muss ich nicht viel erwähnen: wie immer sehr anschaulich und mitreißend. Teilweise dieses Mal aber etwas zäh, eben weil man manche Handlungen der Protagonistin so schlecht nachvollziehen kann.

 

Fazit: an einem Tag verschlungen – das sagt doch schon alles!

 

 

 


Nane wird nach 20 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Ein Neubeginn fällt schwer, zumal sie sich vom Leben stark benachteiligt fühlt und unbedingt die Antwort auf eine wichtige Frage benötigt. Doch diese wird ihr – aus gutem Grund – verweigert. Denn Pia, ihre Schwester, hat ein Geheimnis…

 

Ein Weingut an der Saar ist der Hauptschauplatz dieses neuen Romans von Ellen Sandberg.

Der Fall ist toll aufgezogen, allerdings nach einer Weile doch auch vorhersehbar. Macht aber nichts, weil man vorher schon genug gerätselt hat. Sandberg lässt den Leser lange zappeln, lockt ihn immer wieder mit einem Wurstzipfel und dreht dann die Handlung doch noch. Das ist aber auch ein winziger Kritikpunkt: das entscheidende Telefongespräch nahm mir mit der Zeit zu überhand, hier fühlte ich mich irgendwann nur noch hingehalten.

 

Die Erzählung ist in zwei Stränge unterteilt: die Gegenwart und die Vergangenheit. Der Leser erfährt durch die Handlung in der Vergangenheit, was damals geschah und weiß somit mehr als die Protagonistin, die sich die Aufklärung mühsam selber zusammenreimen muss.

 

Sandberg flicht in ihrem neuen Krimi Liebe, Verrat, Angst, Schuld und Geschwisterrivalität zu einem dichten Netz, aus dem es so leicht kein Entkommen zu geben scheint.

 

Die Charaktere haben mir überwiegend gut gefallen, vor allem die jüngere Generation, die versucht, die Fehler der älteren auszumerzen. Mit Pia wurde ich nicht recht warm und Birgit fand ich fast überflüssig, aber vor allem Sonja und ihren Freund David habe ich gleich ins Herz geschlossen.

Fazit: Freunde kann man sich aussuchen – Familie nicht. Der neue Roman von Ellen Sandberg legt den Fokus auf eine spannende Familiengeschichte, die einen kleinen Fehler in der Vergangenheit zu etwas Großem werden lässt. 

 

 


Als Veras Tante Kathrin einen Schlaganfall hat und kurz darauf ihr Cousin ermordet aufgefunden wird findet sie einen Hinweis auf eine Akte, die ihre Tante versteckt hat. Die Journalistin in ihr erwacht und beginnt mit Nachforschungen. Sie stößt auf ein Naziverbrechen, das seine Tentakel bis in die jetzige Zeit wirft.

 

Wow – was für ein Buch! Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Vor allem die Schilderungen in dem Sanatorium haben mir gut gefallen. Sie wirkten sehr authentisch und Kathrin merkte man ihre Zerrissenheit sehr gut an. Auch die Handlung fand ich gut aufgebaut und spannend dargestellt.

 

Die Handlung spielt auf zwei Ebenen. Einmal in der Vergangenheit, in der wir die Geschichte um Kathrins Jugend zu Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt bekommen. Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Nicht oft wird dieser Teil unserer Vergangenheit thematisiert und vor allem der Teil mit den Kindern hat mir Gänsehaut beschert.

 

Der andere, längere, Strang, spielt in München im Jahr 2013. Protagonist ist hier Manolis Lefteris, ein Mann für besondere Fälle. Er bekämpft Justizfälle auf seine besondere Art. Spannend wird es, als er auf Vera trifft. Er soll ihr nämlich die Akten der Tante entreißen. Doch hat er mit der Vergangenheit und der Justiz ja so seine eigene Meinung.

 

Der Roman ist von der bekannten Schriftstellerin Inge Löhnig unter Pseudonym verfasst. Ganz Dühnfort-frei ist er aber auch nicht ;)

 

Fazit: Ein 5 Sterne + Buch. Ich konnte es nicht zur Seite legen, habe es von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen.